Winterschwimmen. Oder Eisschwimmen. Wenn du nicht wüsstest, was das bedeutet, würdest du vielleicht denken: Neujahrssprung! Der traditionelle Massen-Sprung ins Meer oder einen See, um das neue Jahr zu begrüßen. Am 1. Januar, also Schwimmen im Winter, siehe da: Winterschwimmen! Mit dem Neujahrssprung hat das jedoch kaum etwas zu tun. Eisschwimmen ist eine jahrhundertealte Tradition in Ländern wie Russland und Finnland und bei uns inzwischen auch ein ernsthafter Sport, für den es sogar niederländische Meisterschaften gibt. Und man würde es bei der Kälte vielleicht nicht vermuten, aber Winterschwimmen ist sehr gesund.
Wim Hof
Wim Hof ist eigentlich der Hauptgrund, warum Eisschwimmen in den Niederlanden bekannt geworden ist. Von Wim Hof, Spitzname 'The Iceman', hören wir zum ersten Mal, als er stundenlang, fast nackt, in einem mit Eis gefüllten Becken sitzt. Und keine Unterkühlung erleidet. Im Gegenteil, Wim Hof ist das Sinnbild von Gesundheit. Er nutzt Atmung und Geisteshaltung, um der extremen Kälte zu trotzen: die Wim-Hof-Methode. Damit hat er inzwischen viel Bekanntheit erlangt, schreibt Bücher darüber, gibt Kurse und hat seine eigene Webseite. Er organisiert auch Reisen in sehr kalte Gegenden, um dort unter seiner Anleitung Eisschwimmen und Meditation in der Kälte zu praktizieren. Was ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Wim-Hof-Methode ist. Er hält rund 20 Weltrekorde, die alle mit extremen Kältebedingungen zu tun haben, von einem Marathon am Nordpol bis zum Besteigen eines winterlichen Berges in kurzer Hose. Wim Hof ist also zu Recht „The Iceman“.
Schwimmen im kalten Wasser
Warum ist Winterschwimmen gesund? Das kalte Wasser löst eine Art Stressreaktion im Körper aus. Das klingt nicht gut, wenn man es so liest. Doch genau das ist es. Die Blutgefäße verengen sich, wodurch das Blut viel stärker als normal zu den Organen fließt. Das hat eine reinigende Wirkung. Außerdem steigt die Körpertemperatur durch die Kälte sehr kurzfristig auf Fieberniveau. Das ist äußerst gut gegen Krankheitserreger, Eisschwimmen kann sogar bestimmte Krankheiten helfen zu heilen und dein Immunsystem bekommt einen kräftigen Schub!
Wie bei jedem Extremsport birgt Winterschwimmen natürlich auch gewisse Risiken. Bei längerem Eisschwimmen kann es zu einem „swimming failure“ kommen. Der Körper blockiert dann durch die Kälte und man kann sich nicht mehr bewegen. Auch Menschen mit schwachem Herzen, Nieren- oder Schilddrüsenproblemen oder Bluthochdruck sollten vorsichtig sein. Deshalb ist eine gute Begleitung beim Winterschwimmen wichtig. Unterkühlung droht. Entscheidend ist ein warmer Körper, Eisschwimmer laufen deshalb zum Beispiel erst eine Runde, bevor sie ins Wasser gehen. Und die Schwimmstrecken sind bei Temperaturen von -20 Grad logischerweise kurz, höchstens etwa 50 Meter.
Winterschwimmen/Eisschwimmen
Beides dreht sich um dasselbe: Schwimmen im kalten Wasser. Dennoch gibt es einen kleinen Unterschied. Eisschwimmen ist extremer, weil es buchstäblich darum geht, in einer Bahn aus gehacktem Eis zu schwimmen. Bei Temperaturen von, tatsächlich, manchmal bis zu minus 20 Grad! Wir nennen das mal Wim-Hof-Bedingungen. Das wird zum Beispiel viel in Russland und Finnland gemacht. Winterschwimmen ist auch in den Niederlanden möglich. Schwimmen an der frischen Luft, wenn es kalt ist, also vorzugsweise im Winter. Und damit meinen wir, wie gesagt, nicht nur den Neujahrssprung. Die Niederlande haben zum Beispiel auch einen Winterschwimm-Club, den Walrusclub aus Deventer. Möchtest du mehr über diese buchstäblich coole Sportart erfahren? Schau auf deren Webseite: www.winterzwemmen.nl